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Psychische Belastung im Job am Limit? SBB-Personalchef Markus Jordi im Gespräch

Die SBB gehört zu den grossen Arbeitgeberinnen der Schweiz. Rund 35’000 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen. Schichtarbeit, Arbeiten auf den Gleisen, in Kontrollzentren oder die Aufgaben eines Lokführers sind mit hohen Belastungen, auch psychischen Belastungen, verbunden. Die Folge davon kann eine Erschöpfungsdepression oder ein Burnout sein. „praxis gsundheit“ spricht mit dem Leiter Human Resources der SBB darüber, wie bei der grossen Zahl an Mitarbeitenden überhaupt erkannt werden kann, wenn psychische oder andere Probleme vorhanden sind und ob psychische Probleme zugenommen haben.

Für die SBB ist es aufgrund ihrer Grösse entscheidend, dass die rund dreitausend Führungspersonen einen guten und direkten Kontakt zu ihren Mitarbeitenden pflegen. Die Strukturen bei der Betreuung der Mitarbeitenden sind somit ähnlich wie in einem kleineren Betrieb. Dank des regelmässigen und nahen Austauschs zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden kann erkannt werden, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter sich verändert, z.B. ruhiger oder auch aggressiver wird. So können Probleme frühzeitig angesprochen werden.

Psychische Probleme sind bei einem Grossunternehmen wie der SBB quer durch alle Berufe und Altersgruppen zu finden. Rund einem Drittel aller Langzeitabwesenheiten liegt eine psychische Ursache zugrunde. Bei der SBB stellt man fest, dass Erschöpfungsdepressionen zugenommen haben. Dies ist eine Folge von veränderten Arbeitsweisen, beispielsweise wird heute ein höheres Arbeitstempo verlangt als früher. Oftmals ist jedoch nicht nur die Situation am Arbeitsplatz der alleinige Auslöser für psychische Probleme. In der Regel spielen private Unstimmigkeiten oder Suchtprobleme mit hinein.

Die SBB verfügt über ein betriebliches Gesundheitsmanagement mit Fokus auf die Prävention. Damit fördert die SBB die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gesundheitliche Probleme sollen möglichst früh erkannt werden.  Interne Anlaufstellen und Hilfe von externen Experten stehen bei der SBB zur Verfügung. Jordi stellt fest, dass gerade bei den Psychologen sehr lange Wartefristen vorhanden sind. Dies ist kontraproduktiv. Denn die Heilungschancen sind wesentlich höher, wenn der Zugang zu psychologischer Hilfe rasch erfolgt. Er befürwortet einen direkten und unkomplizierten Zugang zur psychologischen Behandlung.

Geri Staudenmann empfängt im Studio von santemedia.ch Markus Jordi, Leiter Human Resources und Mitglied der Konzernleitung der SBB, zum Gespräch über psychische Belastungen im Job.

Die ambulante Erstversorgung bei psychischen Problemen ist unzureichend!

Markus Jordi, Leiter Human Resources und Mitglied der Konzernleitung SBB AG

März 2019

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