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Krank durch Asbest: Stiftung EFA hilft – Stiftungsratspräsident Urs Berger im Gespräch

Asbest kann krank machen. Das wurde spät erkannt. Asbest wurde in unzähligen Varianten, beispielsweise beim Bauen, genutzt. In der Schweiz ist Asbest seit 1990 verboten.  Vor zwei Jahren gründeten Schweizer Unternehmen, Verbände und Sozialpartner die private Stiftung EFA. Ziel der Stiftung ist es, Asbestopfer und deren Angehörige schnell und unkompliziert zu unterstützen.

Die Fasern, die bei der Verarbeitung von Asbest entstehen, können in kleinsten Mengen tödlich sein. Die schlimmste Krankheit, welche Asbest verursachen kann, ist das so genannte malignen Mesotheliom. Dieser bösartige Tumor kann auch Jahrzehnte nach dem Einatmen von Asbestfasern ausbrechen. Die Inkubationszeit kann bis zu dreissig Jahre dauern. Menschen mit dieser Diagnose haben in der Regel eine Lebenserwartung von rund eineinhalb Jahren. In der Schweiz erkranken pro Jahr rund 120 Personen an diesem bösartigen Tumor.

In der Schweiz werden nicht alle Asbestopfer gleich entschädigt. Opfer, welche nicht UVG- oder SUVA-versichert sind, erhalten über die AHV oder die Invalidenversicherung nicht die gleiche Entschädigung. Diese Lücke will die 2017 gegründete, private Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer EFA schliessen. Der Stiftungsgründung voraus ging ein Kompromiss in Sachen Verjährungsfrist. Bundesrat, Wirtschaft, Verbände und Sozialpartner haben sich an einem runden Tisch auf eine Verjährungsfrist für Schadensansprüche von heute zwanzig Jahren für Asbestopfer geeinigt. Dieser Kompromiss war Grundlage dafür, dass sich wichtige Akteure in der Stiftung EFA engagieren. Das Stiftungskapital beträgt sechs Millionen Franken. Stiftungsratspräsident Berger rechnet mit einem Finanzierungsbedarf von rund 100 Millionen Franken für heutige Asbestopfer und Menschen, bei denen die Erkrankung erst später ausbricht. Heute verfügt die Stiftung über rund zwanzig Millionen Franken an Spendengeldern. Nicht beteiligt an der Stiftung sind die kantonalen Gebäudeversicherungen, was Urs Berger sehr bedauert.

Geri Staudenmann empfängt im Studio von santemedia.ch den Präsidenten der Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer EFA Urs Berger zum Gespräch. „praxis gsundheit“ zeigt auf, was die Stiftung leistet und wer Hilfe erhält.

„Auf der einen Seite suchen wir Asbestopfer, weil unsere Stiftung und ihre Leistungen noch zu wenig bekannt sind. Auf der anderen Seite suchen wir weitere Finanzierungen für die Stiftung“

Urs Berger, Präsident der Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer EFA

Rasche und unbürokratische Hilfe

Mit den Mitteln der Stiftung werden Betroffene und Angehörige von Asbestopfern rasch und unkompliziert unterstützt. Finanzielle Hilfe erhalten Opfer resp. deren Angehörige, die in der Schweiz mit Asbest in Kontakt gekommen sind und die 2006 oder später an einem malignen Mesotheliom erkrankt sind. Neben der wichtigen finanziellen Unterstützung hat die Stiftung EFA auch einen kostenlosen Care-Service eingerichtet. Bei der Anlaufstelle erhalten Asbestopfer, deren Angehörige und Interessierte Unterstützung durch Fachpersonen und Auskünfte zum Verlauf der Krankheit, Behandlungsmöglichkeiten, Ernährungstipps u.v.a.m.

Leistungen können direkt bei der Stiftung Entschädigungsfonds für Asbestopfer EFA beantragt werden. Informationen und Formulare für das Einreichen von Gesuchen unter

www.stiftung-efa.ch.

April 2019

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