Lungenkrebs macht rund elf Prozent aller Krebserkrankungen in der Schweiz aus. Doch welche Faktoren begünstigen die Entstehung und welche Behandlungsmöglichkeiten stehen heute zur Verfügung? Darüber haben wir mit Prof. Dr. med. Gregor Kocher, Thoraxchirurg an der Hirslanden Klinik Beau-Site in Bern, gesprochen. Er gibt Einblicke in die Ursachen, Diagnose und moderne Behandlungsmöglichkeiten von Lungenkrebs.
Lungenkrebs frühzeitig erkennen und gezielt behandeln
Lungenkrebs entsteht im Lungengewebe. Dabei werden zwei Hauptformen unterschieden: das besonders aggressive kleinzellige Lungenkarzinom und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom, das meist langsamer wächst, jedoch ebenfalls lebensbedrohlich sein kann. Häufig wird Lungenkrebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, da das Lungengewebe selbst kaum schmerzempfindlich ist und ein wachsender Tumor lange unbemerkt bleiben kann. Oft treten erst im weiteren Verlauf typische Symptome wie anhaltender Husten, Atemnot oder blutiger Auswurf auf. Die Behandlung erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, um für jede Patientin und jeden Patienten ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept zu entwickeln. Wird ein nicht-kleinzelliger Tumor frühzeitig erkannt und ist er auf die Lunge begrenzt, kann häufig bereits eine Operation ausreichen. In fortgeschrittenen Stadien können zusätzlich Chemo- oder Immuntherapien zum Einsatz kommen.
Eine möglichst frühzeitige Lungenkrebsdiagnose ist deshalb entscheidend, da die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen in einem frühen Stadium deutlich besser sind.
Prof. Dr. med. Gregor J. Kocher, Belegarzt Hirslanden Klinik Beau-Site Bern
Moderne Operationstechniken für eine schnellere Erholung
An der Hirslanden Klinik Beau-Site in Bern werden rund 95 Prozent der Lungenoperationen minimalinvasiv durchgeführt. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies in der Regel weniger Schmerzen, eine schnellere Erholung und einen kürzeren Spitalaufenthalt. Eine der grössten Herausforderungen beginnt bereits vor dem Eingriff: die genaue Lokalisierung des Tumors. Bei kleineren Tumoren reicht es häufig aus, nur ein Lungensegment statt eines ganzen Lungenlappens zu entfernen. Moderne 3D-Rekonstruktionen unterstützen die präzise Operationsplanung und helfen dabei, möglichst viel gesundes Lungengewebe zu erhalten.
Nachsorge und Prävention bei Lungenkrebs
Nach einer Lungenkrebsoperation sind regelmässige Nachkontrollen entscheidend. In den ersten zwei Jahren erfolgen diese in der Regel alle sechs Monate mittels Computertomographie (CT), anschliessend jährlich bis fünf Jahre nach der Operation. Dabei wird nicht nur der operierte Bereich, sondern die gesamte Lunge untersucht, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Auch die Prävention spielt eine wichtige Rolle. Insbesondere der Verzicht auf das Rauchen und die Vermeidung von Schadstoffen können das Lungenkrebsrisiko deutlich senken. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmässiger Bewegung trägt zusätzlich zur allgemeinen Gesundheit bei.



