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Zahnimplantat und Krone in einem Schritt

Wird ein Zahnimplantat notwendig, können bei passender Anatomie das Implantat und die Krone in einem Schritt eingesetzt werden. Dieses Sofortimplantat ist für Patienten sehr attraktiv, da der Zeitaufwand und die Schmerzen gering bleiben.

Sofortimplantate, bei denen den Patienten die eigenen Zähne extrahiert und sofort fixe Ersatzlösungen eingesetzt werden, gehen auf die Siebziger Jahre zurück. Damals gab es allerdings zuerst einige Misserfolge, da die Sofortimplantate oft in unpassenden Fällen angewendet wurden.
Heute kann man dank der Digitaltechnik sehr präzise planen und die Sofortimplantate in den richtigen Situationen anzuwenden.

In der Sendung praxis gsundheit „Zahnimplantat und Krone in einem Schritt“ spricht David Staudenmann mit Prof. Dr. med. dent. Daniel Buser, Direktor Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie ZMK Uni BE und Dr. med. dent. Ramona Buser, Oberärztin an der Klinik für rekonstruktive Zahnmedizin und Gerodontologie, ZMK Uni BE über Sofortimplantate.

Digitaltechnik macht alles einfacher und effizienter

Dr. med. dent. Ramona Buser, Oberärztin an der Klinik für rekonstruktive Zahnmedizin und Gerodontologie, ZMK Uni BE

Die Vorteile der Sofortimplantate sind mannigfaltig. Früher, als man nach dem Entfernen der Zähne bis zu sechs Monate warten musste, bis das Zahnfleisch abgeheilt war, war der Kiefer bis zu diesem Zeitpunkt oft eingefallen und zu schmal für Implantate geworden. Aus diesem Grund verkürzte man die «Wartezeit» für den Patienten und schuf das Frühimplantat, das 4-8 Wochen nach der Extraktion eingesetzt wird. Daneben entstand auch das Sofortimplantat, bei dem man am gleichen Operationstag die eigenen Zähne entfernt und die Implantate einsetzt. Diese Methode ist aktuell nur für den Oberkiefer möglich, wenn sich die «Zahnsituation» der Patienten dazu eignet.

Im ersten Schritt wird ein 3D-Röntgenbild angefertigt, damit der Arzt rundum informiert ist und entscheiden kann, ob ein Sofortimplantat überhaupt infrage kommt. Die Knochenwand muss wangenseitig beispielsweise 1mm dick sein, um das Sofortimplantat erfolgreich einsetzen zu können. Diese Voraussetzung erfüllen viele Patienten nicht, da die Knochenwände im Oberkiefer in der Regel recht dünn sind. Zudem sollte die Wundheilung des Patienten im normalen Rahmen liegen; der Patient darf desweiteren auch kein regelmässiger Raucher sein, denn das sind die häufigsten Risikofaktoren für Komplikationen.

Die digitale Planung wird mit einer Software gemacht. Darin ist das komplette Gebiss des Patienten in 3D ersichtlich, die künstliche Zahnwurzel sowie die Krone können so ausgewählt und digital aufeinander abgestimmt werden. Mit dieser Software wird später auch die Chirurgie-Schiene hergestellt.

Beim Eingriff wird erst einmal eine provisorische Krone einsetzt, welche fest mit dem Implantat verschraubt ist. Die Höhe ist reduziert, damit der Patient in der Einheilungsphase nicht zu stark drauf beisst. Essen ist dadurch ganz normal möglich, ästhetisch gesehen ist diese Lösung optimal und die Wunde wird zudem direkt verschlossen.
In einem zweiten Schritt wird ein aktueller Abdruck genommen, danach kann die finale Krone einsetzt werden.

Die Operation erfolgt ohne Aufklappung des Zahnfleischs. Es bleiben keine Fäden, die Schwellungen und Schmerzen sind minimal.  Das macht diese Operationsmethode für Patienten sehr attraktiv. Daneben spart man auch Kosten, weil kein abnehmbares Provisorium angebracht und ausgetauscht werden muss.
Die digitale Planung und moderne Messmethoden (z.B. intraorale Scanner) vereinfachen die Prozesse für die Fachpersonen.

Januar 2018

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