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Steissgeburt – wenn ein Baby mit dem Po voran zur Welt kommt

Dreht sich ein Baby bis zur Geburt nicht mit dem Kopf nach unten, liegt es in Steiss- oder Beckenendlage. Viele Ärzte und Paare befürchten eine komplizierte natürliche Geburt und entscheiden sich schon vorab für einen Kaiserschnitt. Sind aber einige Voraussetzungen erfüllt, ist eine Geburt auf natürlichem Weg auch mit den Füsschen voran möglich.

Eine Geburt ist emotional, besonders wenn es sich um das erste Kind handelt. Schon während der Schwangerschaft durchlaufen die werdende Mutter und ihr Partner Phasen der Freude und des Glücks, aber auch die der Sorgen und Ängste.

In der Sendung praxis gsundheit „Steissgeburt – wenn ein Baby mit dem Po voran zur Welt kommt“ spricht David Staudenmann mit Dr. med. Chrysostomos Papaioannou, Stv. Chefarzt Frauenklinik, Spital Thun, Verena Piguet, Beleghebamme und Hausgeburtshebamme, Spital Thun und einer Patientin über die spontante Steissgeburt.

Wir sind nach wie vor sehr glücklich

Ursina Remund, Mutter

In den letzten Schwangerschaftsmonaten wächst das Kind am stärksten. Zudem dreht sich in 95% der Fälle das Kind hinsichtlich der Geburt in Kopflage. Der Geburtsweg wird durch den Kopf gleichmässig gedehnt, so dass der restliche Körper nach Entbindung des Kopfes leicht hinausgleiten kann. Dreht sich das Kind nicht, liegt es in Beckenendlage – oder Steisslage.

Über eine natürliche Geburt in Steisslage sind betroffene Frauen und oft auch Ärzte besorgt, raten oft sofort zu einem geplanten Kaiserschnitt. Wenn die Voraussetzungen jedoch stimmen, ist auch eine natürliche Geburt in Steisslage möglich. Dafür notwendig sind in erster Linie eine passende Lage und Grösse sowie gesunde Herztöne des Kindes. Von zentraler Bedeutung sind aber auch ein motiviertes Paar, das sich in enger Zusammenarbeit mit dem Frauenarzt und einer Hebamme auf die Geburt vorbereitet.

Risiken bestehen bei jeder Geburt, auch wenn das Kind sich in Kopflage gedreht hat. Diese Risiken werden aber schon im Vorfeld der Geburt genaustens abgeklärt. Besteht keine Gefahr für die werdende Mutter oder das Kind, kann eine natürliche Steissgeburt ohne weiteres ins Auge gefasst werden. Sehr wichtig ist nebst einem erfahrenen Team mit entsprechender Infrastruktur der intensive Kontakt zwischen Hebamme und Paar. Sie ist in der Regel bei Ultraschalluntersuchungen dabei und besucht das Paar in regelmässigen Abständen. Sie vermittelt der Frau ein klares Bild einer Steissgeburt und nimmt ihr durch ihre Erfahrung die Angst.

Die Kommunikation und Zusammenarbeit von Frauenarzt und Hebamme ist sowohl vor als auch während der Geburt essentiell. Um beispielsweise Störfaktoren bei den finalen Presswehen zu verhindern, wissen sie sich meistens ohne grosse Worte untereinander zu verständigen. So kann sich die Frau vollkommen auf die Geburt konzentrieren und den erfahrenen Fachpersonen vertrauen.

November 2017

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