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Pharmaindustrie stärkt Schweiz in der Krise

Im Gesundheitswesen liegt der Fokus seit Jahren auf den Kosten. Die Pharmaindustrie wird wegen der Medikamentenpreise oft an den Pranger gestellt. Doch gerade die forschenden pharmazeutischen Firmen in der Schweiz stützen die Schweizer Wirtschaft in dieser Krise massgeblich. Auf der Pharma lastet auch der Druck, bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung zu stellen. Geri Staudenmann begrüsst René Buholzer auf dem Sofa Jaune.

Die forschenden Pharmafirmen in der Schweiz sind im Verband Interpharma zusammengeschlossen. Der Druck auf die Branche ist gross. Weltweit warten Menschen auf einen Impfstoff gegen Corona. René Buholzer, Geschäftsführer von Interpharma, ist sich des immensen Drucks bewusst. Noch niemals zuvor haben Pharmafirmen so eng kooperiert und gemeinsam nach Lösungen gegen Corona gesucht. Wie auch andere Kenner der Branche ist Buholzer vorsichtig. Die Entwicklung eines Impfstoffes brauche Zeit sagt er. Der Impfstoff muss absolut sicher sein, denn schlussendlich werden gesunde Menschen damit geimpft.

Bedeutung für die Wirtschaft

Die Schweiz profitiert von der ausgebauten Forschungsinfrastruktur und der grossen Innovationfähigkeit der Pharma. Das Bruttonlandprodukt (BIP) der Schweiz erlitt im zweiten Quartal dieses Jahres wegen Corona einen historischen Einbruch von über zehn Prozent. Die Pharmaindustrie konnte in dieser Zeit ihre Umsätze steigern und verhinderte damit einen noch grösseren Einbruch. Als konjunktur- und krisenresistent bezeichnet der Interpharma-Geschäftsführer die forschende Pharmaindustrie. Im ersten halben Jahr kamen 40 Prozent aller Exporte von der Pharma.

In der Sendung praxis gsundheit Spezial „Pharmaindustrie stärkt Schweiz in der Krise“ spricht Geri Staudenmann mit René Buholzer, Geschäftsführer Interpharma, über die Rolle der Pharma in der Schweiz und die schwierige Suche nach einem Impfstoff gegen Corona.

Die Fokussierung auf die Kosten im Gesundheitswesen war über Jahre sehr gross. Dass Versorgungssicherheit und Qualität auch einen grossen Wert haben, hat diese Krise gezeigt!

René P. Buholzer, Geschäftsführer Interpharma

Aus Sicht von Interpharma sind offene Grenzen und die internationale Zusammenarbeit elementar, um die Versorgung mit Medikamenten in der Schweiz sicherzustellen. Im Bereich von Innovationen, also Neuentwicklungen, ergaben sich während Corona keine grösseren Probleme. Hingegen ist es gemäss Buholzer sinnvoll, die Lieferketten bei günstigeren Medikamenten zu überprüfen. Die Kosten sind nicht das einzige Kriterium, dem alles untergeordnet werden soll. Qualität und Versorgungssicherheit sind auch in der Preisgestaltung adäquat zu berücksichtigen. Die Versorgung mit Medikamenten ist nur durch gemeinsame Lösungen zwischen allen Akteuren zu regeln.

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