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Biosimilars – Medikamente mit Potenzial

Experten: Daniel Sarbach, Dr. med. Thomas Langenegger

Biosimilars sind Nachahmerpräparate von teuren, biologischen Medikamenten. Werden diese Medikamente eingesetzt, können Gesundheitskosten gespart werden. Sie werden heute vor allem bei schweren Krankheiten wie Rheumatoide Arthritis, Chronischen Darmerkrankungen und gewissen Krebsarten eingesetzt. Mit ihren tieferen Preisen haben die Biosimilars ein Einsparpotenzial von rund 100 Millionen Franken pro Jahr.

Ein Biosimilar ist ein Medikament, das biotechnologisch hergestellt wird. Im biologischen Prozess gibt es stets eine so genannte Varianz. Diese ist in der Regel für Patienten unerheblich und nicht spürbar. Generika hingegen werden synthetisch hergestellt und sind damit identisch mit dem Originalpräparat. Im Gegensatz zu vielen anderen Medikamenten, welche in Asien produziert werden, werden Biosimilars in Westeuropa und in den USA hergestellt. Die Herstellung ist aufwendig und anspruchsvoll. Dieses Wissen ist zum heutigen Zeitpunkt nur in den westlichen Ländern verfügbar.

In der Sendung praxis gsundheit akut „Biosimilars – Medikamente mit Potenzial“ spricht Geri Staudenmann mit Daniel Sarbach, Head Market Access & Public Affairs, Sandoz Pharmaceuticals AG, und Dr. med. Thomas Langenegger, Leitender Arzt Rheumatologie, Zuger Kantonsspital, über das Potenzial von Biosimilars.

Die Hersteller von Biosimilars treten geschlossen auf, damit Biosimilars im Markt gefördert werden und so möglichst Kosten eingespart werden können

Daniel Sarbach, Head Market Access & Public Affairs, Sandoz Pharmaceuticals AG

Grosse Akzeptanz bei Patienten

Bei den Ärzten ist die Bereitschaft zum Wechsel auf ein Biosimilar unterschiedlich. Anders hingegen sieht es bei den Patientinnen und Patienten aus. «Gespräche mit Patienten zeigen, dass 99 Prozent bereit wären für eine Umstellung auf ein Biosimilar», sagt Dr. med. Thomas Langenegger, Leitender Arzt Rheumatologie, Zuger Kantonsspital. Selbstverständlich steht immer die Option offen, gegebenenfalls wieder auf das Originalpräparat zurückzuwechseln.

Sparpotenzial bei hundert Millionen Franken pro Jahr

«Da die initiale Entwicklung der Medikamente bereits erfolgt ist, können wir zu einem späteren Zeitpunkt einsteigen und somit die Kosten der Medikamente massiv senken», sagt Daniel Sarbach, Head Market Access & Public Affairs, Sandoz Pharmaceuticals AG. Heute werden noch wenige Biosimilars eingesetzt, das Potenzial ist gross. Gründe für den aktuell noch moderaten Einsatz sind unterschiedlich. Das Kostenbewusstsein der Ärzte ist nicht immer ausgeprägt. Auch führt das heute geltende Margensystem dazu, dass Ärzte und Apotheker an teuren Medikamenten mehr verdienen als an günstigeren, aber qualitativ ebenso hochwertigen Alternativen wie Biosimilars. Daniel Sarbach, Head Market Access & Public Affairs, Sandoz Pharmaceuticals AG sagt: «Das Einsparpotenzial durch den Einsatz von Biosimilars beträgt rund hundert Millionen Franken pro Jahr». Im internationalen Vergleich, beispielsweise mit Deutschland, wo das Potenzial von Biosimilars mit über 80 Prozent ausgeschöpft wird, liegt die Schweiz bei 25 Prozent. Um Biosimilars zu fördern, haben die Schweizer Hersteller ein Netzwerk gegründet mit dem Ziel, Biosimilars besser im Schweizer Markt zu verankern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.biosimilar.ch

August 2020

 

Unsere Beiträge bieten Ihnen hochwertige und verlässliche Informationen. Dafür stehen namhafte Experten und die journalistische Sorgfalt eines erfahrenen TV-Teams.

Experten:
Daniel Sarbach, Head Market Access & Public Affairs, Sandoz Pharmaceuticals AG
Dr. med. Thomas Langenegger, Facharzt für Rheumatologie, Rehabilitation und Physikalische Medizin, Leitender Arzt Rheumatologie, Zuger Kantonsspital
Moderation:
Geri Staudenmann, Moderator medizinischer und gesundheitspolitischer TV-Sendungen seit 2001, Gründer und Partner der santémedia AG
Produktion:
Amanda Epper, Leiterin Produktion
Herausgeber:
santémedia AG, Bern, produziert seit 2001 medizinische und gesundheitspolitische TV-Sendungen und ist in der Schweiz Marktführerin auf diesem Gebiet.
Beitrag erstellt:
19.08.2020
Letzte Überprüfung:
19.08.2020

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