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Ist Corona Schnee von gestern?

ExpertInnen: Regine Sauter, Barbara Gysi, Felix Schneuwly

In der Schweiz ist Freiheit kein Privileg, darüber herrscht Einigkeit zwischen Nationalrätin Regine Sauter, Nationalrätin Barbara Gysi und Gesundheitsexperte Felix Schneuwly. Schneuwly vertritt das Fachpublikum, das einmal mehr wegen Corona nicht live beim Schlagaustausch im Ring dabei sein kann. Im Ring von BOXENBERN wird zu Beginn bereits klar: Corona ist bei weitem nicht Schnee von gestern, die Rutschgefahr besteht weiter. Aus den Fehlern des vergangenen Jahres müssen wir lernen, in Szenarien denken und planen. Wie aber kehren wir zur Normalität zurück? Wann sind die Schutzmassnahmen und die besondere Lage aufzuheben? Fördert die aktuelle Strategie die Zweiklassengesellschaft? Und funktioniert der Appel an die Vernunft der Bevölkerung beim Thema Impfen oder müssten Massnahmen her analog USA, wo Millionen Dollars zu gewinnen sind für alle, die sich impfen lassen? Woran soll sich die Schweiz bei der Aufarbeitung der Krise orientieren?

Zur Impfbereitschaft ist ein klares Verdikt aus dem Ring zu vernehmen. „Mir fehlt das Verständnis, wenn sich jemand nicht impfen lassen möchte. Denn man schützt sich und andere“, sagt Regine Sauter, Nationalrätin FDP/ZH. In der Bevölkerung kursieren verschiedenste Fake News und Gerüchte rund um die Impfung. Es gehe darum, faktenorientiert aufzuklären und der Bevölkerung verständlich machen, was man gewinnt, wenn man sich impfen lässt. Ein Impfobligatorium ist für Regine Sauter völlig fehl am Platz, das sei etwas für autoritäre Staaten. Felix Schneuwly nennt die Impfung den Königsweg aus der Pandemie. Das Ziel, 80 Prozent der Bevölkerung zu impfen, um eine Herdenimmunität zu erreichen, ist für ihn realistisch. Dafür braucht es sehr gute Kommunikation. Massnahmen wie in den USA, wo Geld zu gewinnen ist, sind in der Schweiz nicht nötig.

Freiheit ist kein Privileg

Barbara Gysi, Nationalrätin SP/SG möchte nicht, dass das Covid-Zertifikat im alltäglichen Leben eingesetzt werden muss, beispielsweise beim Einkaufen oder im ÖV. Dass in bestimmten Situationen nur noch Personen mit Covid-Zertifikat Zugang haben, beispielweise in Alters- und Pflegeheimen, könnte sie nachvollziehen. Felix Schneuwly will vor der Diskussion, ob die GGG-Gruppe (Geimpfte-Genesene-Getestete) Freiheiten zurückerhält, erst eine andere Diskussion führen. Ihm geht es darum, die Verhältnismässigkeit der Massnahmen in der Pandemie zu hinterfragen. Freiheit ist in einem freien Staat ein Grundrecht, kein Privileg, dies die vehemente Haltung von Felix Schneuwly und Regine Sauter.

Weitreichende Aufarbeitung der Pandemie 

Für Barbara Gysi ist der Zeitpunkt entscheidend, wann man mit der Analyse beginnt. Sie sieht eine sehr breite Aufarbeitung,  vom Gesundheitswesen über die Versorgungssicherheit bis zu verschiedensten Wirtschaftszweigen. Dies im Wissen darum, dass die nächste Pandemie anders sein wird. Regine Sauter sieht zusätzlich die ganze Digitalisierung als grossen Schwachpunkt, der aufgearbeitet werden muss. Felix Schneuwly sieht den Föderalismus grundsätzlich als grosses Hindernis in einer solchen Krise. Ein kantonsübergreifender Krisenstab, der die Entscheide des Bundesrats umsetzt, fehlte. In Kürze wird das Parlament über die mögliche Aufhebung der besonderen Lage diskutieren. Felix Schneuwly will die Aufhebung der besonderen Lage im Wissen, dass die Krise noch nicht überstanden ist. „Das Ziel eines liberalen Staates muss sein, die Freiheiten möglichst rasch wieder zurückzugeben. Rechte gibt es nicht ohne Pflichten, Freiheiten gibt es nicht ohne Verantwortung.“ Die beiden Nationalrätinnen haben ihre Position für die kommende Debatte bezogen: Sie möchten die besondere Lage noch belassen, bis mehr Sicherheit vorhanden ist. Der Bundesrat kann die Massnahmen auch in dieser besonderen Lage laufend anpassen.

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Unsere Beiträge bieten Ihnen hochwertige und verlässliche Informationen. Dafür stehen namhafte Expertinnen und Experten, sowie die journalistische Sorgfalt eines erfahrenen TV-Teams.

ExpertInnen:
Regine Sauter, Nationalrätin FDP/ZH
Barbara Gysi, Nationalrätin SP/SG
Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte comparis.ch
Moderation:
Geri Staudenmann, Inhaber santémedia AG, Moderator medizinischer und gesundheitspolitischer TV-Sendungen
Produktion:
Grazia Siliberti, Mitglied der Geschäftsleitung
Herausgeber:
santémedia AG, Bern, spezialisiert auf Kommunikation im Gesundheitswesen, realisiert seit 2001 eigene, redaktionelle medizinische und gesundheitspolitische TV-Sendungen und ist in der Schweiz Marktführerin in diesem Bereich.
Beitrag erstellt:
10.06.2021
Letzte Überprüfung:
10.06.2021

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