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Heimbeschulung… in Corona Zeiten

Gastbeitrag:
Eine Mutter zweier Kinder (8 und 9 Jahre) hat fünf Minuten ihres Corona-Alltages aufgenommen und danach eins zu eins aufgeschrieben. Dieser Ausschnitt aus dem Familienleben steht exemplarisch für viele anderen Familien, welche in diesen Zeiten sicher ähnliches erleben. Ich darf dieses amüsante Transkript mit freundlicher Genehmigung hier mit euch teilen.

Der Ablauf ist jeden Tag derselbe. Nach dem Frühstück beginnt die «Schule» im Kinderzimmer. Ein Kind ist noch mit der Morgentoilette beschäftigt, K1 sitzt bereits an seinem Pult.

M: Mutter
P: Vater
K1: Kind 1
K2. Kind 2

K1 startet auf dem Tablet seine Lernapp.
M: «Ehm, weisst du, ich möchte, dass du zuerst schnell schaust, was du alles machen willst.»
K1: «Ja.»
M: «.. und das in dein Journalheft einschreibst. Wir haben das Journalheft ja etwas vernachlässigt, du musst jetzt nicht alles nachtragen, einfach jetzt wieder mit heute beginnen. Verstehst du was ich meine?»
K1: «Mhh», (bejahend).
M: «Also.»
K1: «Das geht nicht», zeigt auf eine Aufgabe in seinem Wochenplanheft.

M: «Übrigens, das ist noch eine gute Sache, was du jetzt machst. Dass du zuerst schaust, was die Fragen zum Text sind. Wenn man diese nämlich im Hinterkopf hat, dann kann man, wenn man den Text liest, schon ein wenig daran denken. Das ist ein gutes Vorgehen. Aber jetzt möchte ich, dass du zuerst dein Journalheft ausfüllst.»
K1 blättert immer noch im Wochenplanheft, zeigt auf eine neue Seite und ruft erfreut: «Bechermuffins!»
M nennt K1 beim Namen: «K1».
K1: «Die können wir machen!»
M: «Ja, die können wir machen. Wenn du willst, kannst du die am Nachmittag backen. Dann musst du nachher schnell aufschreiben, was du dafür brauchst, damit wir das noch dem Papa sagen können, er macht ja heute den Wocheneinkauf.»
K1: «Soll ich es ihm jetzt schnell sagen? Falls er jetzt dann gleich geht?»
M: «Ehm»… «ja, schreibe das gleich jetzt schnell auf und dann machst du…»
K1: «Was ist das?», liest etwas vor (unverständlich).
M: «Ich gehe schnell schauen», macht erste Schritte in Richtung Küche, bleibt aber dann wieder stehen weil K1 mit sprechen beginnt.
K1: «Also Eier haben wir sicher. Fünf Eier.»
M: «Nein, schreib ihm das auf. Fünf sind viele und wenn er weiss, dass die dann schon verbacken sind»,… geht in die Küche.
In der Küche sind P und K2.
P: «Hör mir kurz zu, jetzt sag der, das sei etwas hoch.»
M: «Wart kurz.»
K1 schreibt im Kinderzimmer 5 Eier auf einen Zettel: «Soll ich schnell zu dir kommen, Mama?»
M: «Ich komme grad, ich schaue nur schnell wegen dem Puderzucker.»
K1: «Nein, weisst du es gibt noch ganz viele Sachen, welche wir aufschreiben müssen.» K1 geht ebenfalls in die Küche.
K2: «Für was Puderzucker?»
M: «Zum Backen.»
K2: «Was denn?»
K1: «Bechermuffins.»
K2: «Kann ich auch eines haben?»
K1: «Ja, du kannst mitmachen.»
M: «K1, schreib auf: Puderzucker. Also im Sack nicht zum Streuen, gell Papa.»
K1 schreibt auf.
P: «Ja. Also noch wegen dem neuen Backofen. Er sagt, in dieser Höhe sei er etwas hoch. Wir müssten ihn auf diese Höhe nehmen.» Zeigt die Höhe am Küchenschrank.
M: «Ja das ist ja gut, so haben wir ja das immer gehabt, das ist gut. Dann Vanillezucker, das musst du auch aufschreiben.»
K1 liest vor: «Weissmehl.»
M: «Haben wir.»
K1: «Backpulver.»
M: «Haben wir.»
K1: «Rapsöl.»
M: «Haben wir.»
P: «Es ist eigentlich genau gleich wie jetzt, ausser dass dann der Dings bis runter geht, der Schrank. Es ist sonst genau gleich wie jetzt.»
M: «Gut, dann kannst du den Zettel zu den anderen Einkaufszetteln, zu unserem Zettel und zum Zettel von Nonna legen.»
K1 öffnet und schliesst die Schublade am Küchentisch: «Aua!»
M: «Hast du dir weh getan? Hast du den Finger eingeklemmt?»
K1: «Nein mich hat etwas gestochen.»
M schaut sich den Finger von K1 an.
M: «Das ‘versuret’ hoffentlich bald. Also, dann gehst du jetzt an dein Journalheft, ok?»
M und K1 gehen zurück ins Kinderzimmer.
M: «Schau du kannst das mit Aufzählungspunkten machen, so wie immer, dann geht das schnell.»
K2 kommt singend ins Zimmer.
M: «K2, bevor du beginnst möchte ich, dass du dir die Zähne putzt.»
K2: «Nein.»
M: «Doch, geh dir die Zähne putzen.»
K1: «Ich habe mir die Zähne auch noch nicht geputzt.»
M: «Du auch noch nicht? Ou, ja, dann gehst du dann… mach jetzt zuerst das Journal und dann kannst du mit frisch geputzten Zähnen die erste Aufgabe beginnen.»
K1 schreibt in das Journalheft.

Herzlichen Dank für diesen tollen Gastbeitrag.
Bleibt zu Hause und gebt auf euch acht.

David Staudenmann

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