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Familie – „Investieren“ lohnt sich

Zu Beginn muss gesagt sein: Ich liebe meine Kinder. Es gibt nichts Schöneres, als sein eigenes Kind in die Arme zu schliessen und zu sehen, wie es aufwächst. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen die Kinder einem den letzten Nerv rauben können. Ich fühle mich in meiner Rolle als Vater grundsätzlich sehr wohl. Ich wünsche mir jedoch oft, mehr Zeit für meine Familie zu haben.

Als KMU-Unternehmer ist man grundsätzlich unter Druck und muss ständig präsent sein. Gerade in der heutigen Zeit der Digitalisierung muss alles immer schneller gehen. Das fängt beim Beantworten der Mails an und wirkt sich ebenso auf die Umsetzung von grösseren Projekten aus. Die Welt, in der wir uns bewegen, funktioniert nach dem Motto „Lieber heute als morgen“. Wenn die Auftragsbücher gut gefüllt sind und man mit dem laufenden „Daily Business“ viel um die Ohren hat, wäre es gleichzeitig auch an der Zeit, um die Akquisition voranzutreiben. Diese Aussage bestätigt Ihnen jeder Unternehmer und trifft meines Erachtens völlig zu. Jedoch sind genau das die Momente, in denen das Vatersein zu kurz kommt. Sicherlich ich bin morgens schon ab und zu ins Büro gefahren und war nicht unglücklich darüber, dass ich meiner 2-jährigen Tochter nicht noch weitere zehnmal sagen musste, dass auf dem Sofa nicht herumgeturnt wird. Ebenfalls vermisse ich es im Büro nicht zwingend, meinem 6 Wochen alten Sohn innerhalb von zehn Minuten unzählige Male den Nuggi zu geben.

Family Time
Im Alltag gibt es aber auch viele emotionale Momente. Meiner Frau und den Kindern am Morgen tschüss zu sagen und in die Augen meiner Tochter zu blicken, die nicht verstehen kann, warum der Papi jetzt wegmuss, ist nicht immer einfach. Bei mir drängt sich immer wieder die Frage auf, wie das andere junge Väter mit starker Jobbelastung machen. Wenn die Kinder klein sind, sollte doch genau das die Zeit für „Family Time“ sein. Gleichzeitig ist es auch genau diese Phase im Leben, in der man im Job gefordert ist und man die Weichen für eine erfolgreiche berufliche Karriere stellen möchte. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich den ganzen Tag an meine Frau und Kinder denke, aber glauben Sie mir – gerade in stressigen Zeiten sind es oft gedankliche Bilder von meinen Kindern, die mich zum Lachen bringen. Bilder von meinem Sohn, wenn er frisch gebadet mit einer Frisur wie Funagalli (Circusclown) in meinen Armen liegt, dick umhüllt von einem Frotteetuch. Oder das herzhaft lachende Gesicht und die leuchtenden Augen meiner Tochter, wenn das Spielen mit dem Wasserschlauch im Garten ihre ganzen Kleider nass gemacht hat.

Leben im Moment
Liebe Väter, sind es nicht diese Momente, die zählen? Sind es nicht die Kinder, die uns zeigen, wie schön es ist, im Moment zu leben und nicht daran zu denken, was morgen ist? Ich glaube, meine Frau bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt, dass man als Vater das Handy und den Laptop weglegen soll, sobald man zu Hause ist. In der teilweise kurzen Zeit, die man zu Hause verbringt, sollte man möglichst oft für die Kinder da sein und mit ihnen spielen – auch wenn es manchmal anstrengend ist und Nerven kostet. Wenn ich mich dann darauf einlasse und beim „Ritigampfä“ im Garten mit meiner Tochter Lieder singe, die ich schon in meiner Kindheit gesungen habe, fühle ich mich selber wieder wie ein Kind, lebe im Moment und geniesse es in vollen Zügen.

Liebe Mütter und Väter – um es in der Sprache der Unternehmer zu sagen – investieren Sie in die Familie und Ihre Kinder. Der Faktor Zeit ist weniger wichtig als die Motivation, auch nach einem strengen Arbeitstag wertvolle Zeit mit der Familie zu verbringen. Die leuchtenden Kinderaugen werden dann auch Ihr Herz erwärmen.

David Staudenmann, Papablogger

David Staudenmann ist ehemaliger Handballer der Nationalliga A und war Mitglied der CH-Nationalmannschaft. Heute ist er CEO wie auch Mitinhaber der Firma santémedia AG und Moderator der TV-Sendung praxis gsundheit auf TeleBärn, Tele M1, Swiss1 und TeleZüri.
Zusätzlich engagiert er sich im Trainerstaff beim BSV Bern Muri.
Er ist verheiratet, Vater einer Tochter (Jahrgang 2015) und eines Sohnes (Jahrgang 2017) und lebt in der Region Bern.
In seinen Beiträgen schreibt er über das Vatersein, Situationen aus dem Familienalltag sowie Erlebnissen als Unternehmer und Trainer.

 

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