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Lunge  •  Medizin  •  Tumore

Ein Schatten auf der Lunge – nicht immer harmlos

Patienten mit Lungenkrebs bemerken im Frühstadium keine oder nur wenige Symptome. Pro Jahr kommt es in der Schweiz zu ungefähr 4‘200 Neuerkrankungen. Häufig wird Lungenkrebs zufällig diagnostiziert, wenn im Rahmen einer anderen Untersuchung ein Röntgenbild angefertigt wird. Zeigt sich auf der Lunge eine runde oder ovale Veränderung im Lungengewebe, kann dieser sogenannte Schatten auf einen Tumor hindeuten und sollte in jedem Fall genauer abgeklärt werden.

Ein Schatten auf der Lunge gehört in jedem Fall abgeklärt. Obwohl die Veränderung harmlos sein kann, besteht die Möglichkeit, dass er Indikator eines Tumors ist. Risikofaktoren für Lungenkrebs sind nebst Rauchen und Passivrauchen auch die Luftverschmutzung oder Feinstaub. Wir haben bei Frau PD Dr. med. Beatrix Hoksch, Fachärztin für Thoraxchirurgie an der Hirslanden Klinik Beau-Site, nachgefragt, wie das medizinische Vorgehen nach der Entdeckung eines Lungenschattens aussieht.

Die Fragen von santemedia.ch hat Frau PD Dr. med. Beatrix Hoksch im April 2018 schriftlich beantwortet.

Verzicht auf das Rauchen steht als Präventionsmassnahme bei Lungenkrebs an erster Stelle

PD Dr. med. Beatrix Hoksch, Fachärztin für Thoraxchirurgie an der Hirslanden Klinik Beau-Site

Weshalb sollte jeder Schatten auf der Lunge genauer abgeklärt werden?
Ein Schatten auf der Lunge bedeutet nicht in jedem Fall, dass ein bösartiger Befund, also ein Lungenkrebs, vorliegt. Es finden sich in der Lunge durchaus auch gutartige Veränderungen, doch ist die sichere Unterscheidung zwischen gut- und bösartig anhand von Röntgenaufnahmen allein oft schwierig. Ohne weitere Abklärung vergibt man aber unter Umständen die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung, denn ein bösartiger Tumor wird weiterwachsen. Daher sollte ein Schatten auf der Lunge, fachsprachlich ein Lungenrundherd, unbedingt abgeklärt werden.

In wie vielen Fällen erweist sich ein Schatten auf der Lunge tatsächlich als Tumor?
Allgemein erweist sich ein einzelner Lungenrundherd in circa 4 von 10 Fällen als bösartiger Lungentumor. Ist der Patient aber Raucher oder ehemaliger Raucher, der Befund grösser als nur wenige Millimeter oder in der Röntgenuntersuchung unregelmässig begrenzt, so steigt die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Lungenkrebses deutlich an.

Ist ein Tumor in jedem Fall bösartig?
Nein. Der Begriff Tumor bedeutet eigentlich nur, dass sich in dem betreffenden Gewebe eine Schwellung oder Volumenvermehrung befindet. Ob diese gutartig ist, wie zum Beispiel bei einer Entzündung, oder bösartig, im Sinne eines Krebses, muss letztendlich die Gewebeuntersuchung zeigen.

Was passiert, wenn ein Arzt zufällig eine Veränderung im Lungengewebe entdeckt?
Es stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung, um einen Lungenrundherd im jeweiligen Fall weiter abklären zu können. Dabei helfen international anerkannte Empfehlungen, die sich unter anderem an Grösse und Struktur des Lungenrundherdes sowie der Raucheranamnese des Patienten orientieren.

Wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs aus und wie stehen die Heilungschancen?
Wenn sich noch keine Tumorableger (Metastasen) in den Lymphknoten oder in anderen Organen gebildet haben, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung bei frühzeitiger Diagnose sehr gut.

Wie lässt sich das Risiko für Lungenkrebs senken?
An erster Stelle steht hier nach wie vor der Verzicht auf das Rauchen.

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