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Brustkrebs – was nun?

Brustkrebs ist mit knapp 6 000 Neuerkrankungen pro Jahr bei Frauen in der Schweiz die häufigste Krebsform. Unter der Leitung von Dr. med. Patrizia Sager baut Hirslanden Bern ein neues Brustzentrum auf, das medizinische Kompetenzen bündelt und Spezialisten unter einem Dach vereint, um erkrankte Frauen optimal zu betreuen.

Die Diagnose Mammakarzinom kann alle Frauen treffen – auch jüngere! Zwanzig Prozent der Brustkrebs-Patientinnen sind unter 50 Jahre alt. Nebst der genetischen Veranlagung und familiären Vererbung kann das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, auch durch einen ungünstigen Lebensstil erhöht werden. Brustkrebs ist für eine Frau ein einschneidendes Lebensereignis. Was die Diagnose für die betroffenen Frauen bedeutet, haben wir bei Frau Dr. med. Patrizia Sager, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums Bern Biel am Hirslanden Salem-Spital, nachgefragt.

Die Fragen von santemedia.ch hat Frau Dr. med. Patrizia Sager im Februar 2018 schriftlich beantwortet.

Durch Brustkrebs wird das Selbstbild der Frau verändert

Dr. Patrizia Sager, Leiterin des Brustzentrums Bern Biel am Hirslanden Salem-Spital

Welches sind die Ursachen und Risikofaktoren für Brustkrebs?
Die Risikofaktoren für Brustkrebs sind sehr vielfältig. Je älter die Frau, desto grösser das Risiko. Auch dichtes Drüsengewebe, genetische Veranlagung und Hormone können eine Rolle spielen. Ist die Zeitspanne zwischen erster Menstruation und Menopause gross, steigt das Risiko. Aber auch Frauen mit Übergewicht tragen ein erhöhtes Risiko.

Ab wann empfehlen Sie Frauen Vorsorgeuntersuchungen und wie sehen diese aus?
Die Brust sollte spätestens ab dem Alter von 30 Jahren im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung routinemässig untersucht werden. Das Mammographie-Screening, welches durch die meisten Kantone gefördert wird, ist für Frauen zwischen 50 und 74 bestimmt und wird alle zwei Jahre durchgeführt. Die Vorsorge von Frauen mit Risikoprofil wird früher und engmaschiger durchgeführt.

Wie viele von den erkrankten Frauen können in der Schweiz geheilt werden?
Bei Brustkrebs sprechen wir grundsätzlich nicht von einer vollständigen Heilung. Eine Frau, die erkrankt ist, kann immer wieder einen Rückfall erleiden. Jedoch hat eine Patientin, die seit fünf Jahren keinen Rückfall mehr erlitten hat, gute Chance, dass der Krebs nicht mehr zurückkehrt. Das ist bei circa 80 Prozent der Patientinnen der Fall.

Was macht die Diagnose Brustkrebs für Frauen in Ihren Augen so einschneidend?
Das ist sehr vielschichtig. Einerseits ist es die grosse Angst, die eine Krebsdiagnose auslösen kann. Andererseits ist ein Organ betroffen, das die eigene Weiblichkeit definiert. Das Selbstbild der Frau wird verändert, obschon Ärzte versuchen, die Brust so gut wie möglich zu erhalten. Auch die Sexualität kann sich verändern, was in manchen Fällen zu Spannungen in der Beziehung führt.

Welche Tipps geben Sie Frauen beim Abtasten der eigenen Brust? Und bei welchen Indizien sollten Frauen sich untersuchen lassen?
Frauen sollten einmal pro Monat ihre Brust abtasten, am besten immer zwischen dem fünften und zehnten Zyklustag. Das Abtasten sollte jedes Mal gleich gehandhabt werden, beispielsweise immer im Uhrzeigersinn. Es ist wichtig, auch die Haut und die Achselhöhlen zu begutachten und auf Veränderungen zu kontrollieren. Eine Untersuchung beim Facharzt ist angezeigt, wenn eine beobachtete Veränderung auch nach der Periode nicht verschwindet. Das können zum Beispiel Sekretion aus der Brustwarze oder seltsame Hautveränderungen sein.

Was dürfen Besucher am Publikumsanlass vom 28. März erwarten?
Besucher erfahren am Publikumsvortrag mehr über die Risikofaktoren und die Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs. Auch wissenswerte Informationen zum neuen Brustzentrum werden abgegeben. Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, vor Ort Fragen zu stellen. Auch eine erfahrene Breast Care Nurse wird am Anlass anwesend sein.

 

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