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Billigstmedikamente – Gefahr für Patienten?

Der Bundesrat will die Kosten für Medikamente senken. Er will so genannte Referenzpreise für patentfreie Medikamente einführen. Heute hat der Arzt die Wahlfreiheit, das am besten geeignete Medikament abzugeben.

Künftig sollen die Krankenkassen entscheiden, in welcher Höhe Medikamente vergütet werden. Entscheiden sich Arzt und Patient für ein teureres Medikament, zahlt der Patient den Differenzbetrag aus eigener Tasche oder er akzeptiert ein billigeres Arzneimittel. Ärzte, Pharmafirmen und Patienten befürchten Billigstmedizin und wehren sich dagegen.

In der Sendung praxis gsundheit „Billigstmedikamente – Gefahr für Patienten?!“ spricht Geri Staudenmann mit Dr. med. Yvonne Gilli, Mitglied Zentralvorstand FMH sowie Dr. Axel Müller, Geschäftsführer Intergenerika über die Problematik von der Billigstmedizin in der Schweiz.

Am falschen Ort sparen gefährdet unsere Gesundheit

Dr. Axel Müller, Geschäftsführer Intergenerika

Heute entscheiden Ärzte und Apotheker, welches Medikament ein Patient erhält. Man kann also frei wählen, ob ein Originalpräparat oder ein günstigeres Medikament abgegeben wird. Beides wird von der Krankenkasse vergütet. Der Bundesrat will die Preise für Medikamente mit abgelaufenem Patent senken, um Kosten zu sparen. In Zukunft soll die Krankenkasse aufgrund eines so genannten Referenzpreises bestimmen, welche Medikamente vergütet werden.

Wenn der Arzt oder Apotheker also ein teureres Medikament für die Therapie wählt, bezahlt der Patient die Differenz selbst. Ärzte und andere Organisationen wehren sich dagegen. Sie befürchten Billigstmedizin. Die Wahlfreiheit für die Patienten ist gefährdet, das ist unsozial. Für die Patienten heisst dies auch, dass sie nicht mehr die gleichen Medikamente erhalten, wenn sie dafür nicht selbst bezahlen wollen. Das verunsichert vor allem auch ältere Menschen.

Für Hersteller wird der Schweizer Markt mit seinen Kleinstmengen und noch billigeren Preisen nicht mehr attraktiv. Firmen könnten sich zurückziehen und keine Medikamente mehr für die Schweiz herstellen. Es droht ein weiterer Versorgungsengpass.

September 2017

1 Kommentar

  1. Christian Schmutz

    Unsere Pharmaindustrie ist eine wesentliche Stütze unserer Schweizer Wirtschaft und ein ganz wesentlicher Arbeitgeber, der zur Entwicklung neuer Medikamente und damit zur Behandlung von Krankheiten massgeblich beiträgt und hiermit ebenso zur Gesundheit unserer Bevölkerung.
    Ich denke es wäre an der Zeit, nun endlich nicht nur an den Medikamentenpreisen, die keinen Zehntel der Gesamtkosten ausmachen, das Gesundheitssystem gesundpflegen zu wollen, sondern auch an massgeblicheren Kuchenstücken! Es gilt hierbei nicht nur das Gesundheitswesen zu betrachten, sondern unbedingt auch unsere gesamte schweizerische Wirtschaft und Gesellschaft.

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