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Schlagaustausch im Ring – Qualität im Gesundheitswesen: USZ-CEO Gegor Zünd im Sparring mit Gästen

Man kann, wenn man will! USZ-CEO Gregor Zünd beweist es jeden Tag. Im USZ wird die Qualität gemessen. Freiwillig und transparent für jedermann. Die Infektionsraten (postoperativ) sind ein Indikator. Universitätsspitäler haben eine Vorreiterrolle, sie sind Treiber des medizinischen Vorschritts und machen die Medizin von morgen. Dazu gehören auch Qualitätsmessungen. Standards sind dazu unabdingbar. Die Umsetzung innerhalb einer Organisation wie dem USZ ist gemäss Zünd allerdings nur bottom-up möglich. Kader und Mitarbeitende müssen ins Boot geholt werden.

Die Politik hat verschiedenen Anläufen, wie beispielsweise dem Aufbau eines neuen Qualitätsinstituts, die Unterstützung klar versagt. Zurzeit wird der Aufbau einer Qualitätskommission diskutiert. Obwohl das Spitalwesen in der Schweiz kantonal geregelt ist, sollen schweizweit die gleichen Kriterien und Standards gelten. Darüber besteht Einigkeit. Visionär Zünd bringt eine neue Idee ins Spiel resp. in den Ring von BOXENBERN: Weshalb könnte nicht die Empa die medizinische Qualität in der Schweiz messen?

Der Vorschlag stösst auf positive Resonanz. BAG-Direktor Pascal Strupler hört zum ersten Mal von dieser Idee. Die Empa hat gemäss Strupler einen guten Ruf, was der Medizin nicht schaden könne. Empa – eine gute Idee, und gute Ideen solle man weiterverfolgen, meint er. Für SP-Nationalrätin Bea Heim ist klar, dass Qualität medizinisch definiert sein muss und nicht von der Politik. Felix Schneuwly ist unmissverständlich der Ansicht, Qualitätsmessungen müssten weg vom Gesundheitswesen, weg vom KVG. Auch aus diesem Grunde ist für ihn der Vorschlag „Empa“ eine sehr gute Idee.

Insel-Direktionspräsident Uwe Jocham bringt eine andere Sichtweise ins Spiel. Jocham war über zwei Jahrzehnte in der Pharmaindustrie tätig. Dort gelten enorm strenge Standards und Regulierungen. Gemäss Jocham sind in den Spitälern zwar alle Beteiligten bemüht, dem Patienten die beste Behandlung zukommen zu lassen, jedoch sind die Prozesse sehr individuell, man hat gemäss Jocham tausend verschiedene Arten, Dinge zu tun. Dort müsse man ansetzen, sagt Jocham.

Es ist wichtig, dass die Schweiz ein Institut hat, welches die medizinische Qualität festlegt und misst – die Empa könnte eine solche Aufgabe übernehmen.

Prof. Dr. med. Gregor Zünd, CEO Universitätsspital Zürich USZ

Fazit des 9. Schlagaustausch im Ring bei BOXENBERN: Qualität ist messbar! Schweizweit müssen die Kriterien für alle Spitäler gleichermassen gelten. Die Politik tut sich seit Jahren schwer mit dem Thema Qualität. Neue Ideen sind gefragt. Der Ansatz, den Gregor Zünd in den Ring geworfen hat, stösst auf positive Zustimmung: Könnte eine Institution wie die Empa, ein Forschungsinstitut des ETH-Bereichs, die Kontrolle der Qualität in Spitälern übernehmen? santemedia bleibt dran.

24. September 2018

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