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Berner Gesundheitsdirektor Schnegg landet wegweisenden Coup – Öffentliches Spital teilweise in privater Hand

Experte: Pierre Alain Schnegg

Der Berner Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hat einen Deal gemacht. Erstmals in der schweizerischen Spitallandschaft verkauft ein Kanton Teile eines öffentlichen Spitals an eine private Spitalgruppe. Das Hôpital Jura Bernois in Moutier mit den dazugehörenden Unternehmen geht zu einem Drittel an die private Spitalgruppe Swiss Medical Network (SMN). Innerhalb von drei Jahren könnte SMN dank einer Kaufoption sogar die Mehrheit übernehmen. Für den Berner Gesundheitsdirektor ist dieser Deal ein erster Schritt, um gemeinsam mit privaten Anbietern die besten Lösungen für die medizinische Versorgung im Kanton Bern zu finden.

Mit dem im Stillen ausgehandelten Deal übernimmt die private Spitalgruppe Swiss Medical Network einen Drittel an der Hôpital Jura Bernois AG (HJB). Dazu gehören das Spital Moutier und St. Imier im Berner Jura. Die Situation im Berner Jura ist gemäss Schnegg speziell und herausfordernd. Das HJB ist das einzige französischsprachige Spital im Kanton Bern. Es deckt Akutsomatik ab wie auch Psychiatrie, und es ist eine wichtige Stütze für die Hausärzte der Region. Der Verkauf ermöglicht es, dringend notwendige Investitionen von über 20 Millionen Franken zu tätigen. Dies stellt eine gute und sichere medizinische Versorgung der Bevölkerung im Berner Jura auf viele Jahre sicher. Die Gegner des Deals befürchten Nachteile für die Bevölkerung, wenn der Kanton die Kontrolle über sein Spital verliert. Schnegg sieht hier keine Gefahr. Schlussendlich hat ein Spital einen Leistungsauftrag, den es erfüllen muss, damit es auf der Spitalliste des Kantons anerkannt wird.

Angebot vor Anzahl Spitäler

Das schweizerische Gesundheitswesen ist kantonal organisiert. Öffentliche Spitäler gehören dem Kanton. Im Gegensatz zu anderen Kantonen arbeitet der Kanton Bern seit langem mit einer Vielzahl von Privatspitälern zusammen. Ohne Privatspitäler könnte die Versorgung gar nicht sichergestellt werden. Der Kanton Bern verfolgt in seiner Spitalstrategie ein klares Ziel: Die Versorgung soll zu Gunsten von Patientinnen und Patienten in einem abgestuften Modell umgesetzt werden. Schwere Fälle sind am Universitätsspital, dem Inselspital, am richtigen Ort. Regional sind die Bedürfnisse auf die medizinische Versorgung sinnvoll abzudecken. Grosse regionale Spitäler leisten ihren Teil an der spezialisierten Medizin. Kleinere regionale Spitäler sind wichtig für die Grundversorgung und als Unterstützung für Hausärztinnen und Hausärzte. Gemäss Regierungsrat Schnegg muss sich jedes Spital heute die Frage stellen, was in fünf oder zehn Jahren noch an Leistungen angeboten wird. Nicht die Anzahl Spitäler ist wichtig, sondern deren Angebot.

 

Wir müssen uns bemühen, für jede Region die richtige Lösung zu finden. Es ist wichtig, dass die Bevölkerung die medizinischen Dienstleistungen, die sie benötigt, zur Verfügung hat.

Regierungsrat Pierre Alain Schnegg, Gesundheitsdirektor des Kantons Bern

Februar 2020

 

Unsere Beiträge bieten Ihnen hochwertige und verlässliche Informationen. Dafür stehen namhafte Experten und die journalistische Sorgfalt eines erfahrenen TV-Teams.

Experten:
Pierre Alain Schnegg, , Regierungsrat, Bern und Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektor des Kantons Bern
Moderation:
Geri Staudenmann, Moderator medizinischer und gesundheitspolitischer TV-Sendungen seit 2001, Gründer und Partner der santémedia AG
Produktion:
Amanda Epper, Leiterin Produktion
Herausgeber:
santémedia AG, Bern, produziert seit 2001 medizinische und gesundheitspolitische TV-Sendungen und ist in der Schweiz Marktführerin auf diesem Gebiet.
Beitrag erstellt:
03.04.2020
Letzte Überprüfung:
03.04.2020

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